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Liebe Nachbarn, Freunde, Mitbuerger:innen,

aus aktuellen Gründen möchten wir wieder neue Informationen zur Covid-19 Pandemie mit Euch teilen. Vor etwas mehr als einem Jahr hatten wir an dieser Stelle eine Informationsseite zu Covid-19 aufgebaut. Zu Beginn der Pandemie hatten wir Angst, dass Fürstenberg überrollt wird von einer Welle, auf die wir nicht vorbereitet sind, von einer Krankheit, von der wir zu wenig wissen. Wir hatten seitdem noch relativ Glück in unserer kleinen Stadt, denn wir sind im Vergleich zu anderen Orten verschont geblieben vom schlimmsten Infektionsgeschehen.

Seit dem 10.3.21 ist die richtig fette Welle nun bei uns angekommen. Das war zu erwarten, nachdem die Lockerungen zu einem Zeitpunkt kamen, zu dem sich die „dritte Welle“ schon längst aufbaute. Diese Welle trifft nun auf eine Stadt, die kaum besser vorbereitet ist, als zu Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr. Und diese Stadt ist in einem Bundesland, das Schlusslicht beim Impfen ist und entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis willkürlich und im Alleingang Schwellenwerte mal eben auf irrsinnig gefährliche Werte erhöht - wie beim Inzidenzwert, der die „Notbremse“ auslösen soll, der nur in Brandenburg jetzt 200 statt 100 beträgt. Und wir alle haben eine Bundesregierung, die die Pandemie mehr schlecht als recht bewältigt - dabei war so viel Zeit zum Lernen…

Aber das hilft alles nichts, also müssen wir als Zivilgesellschaft aktiver werden. Nun, wo es einen größeren und gefährlicheren Ausbruch von Covid-19 in unserem Ort gibt, inklusive britischer Mutante, ist es wichtiger denn je, dass es gute Informationen und Transparenz gibt. Gestern gab es nach mehr als 400 Tagen Pandemie das erste Mal eine Stellungnahme der Stadt, die leider nicht viel zur Aufklärung beitrug. Es wird nicht mit offenen Karten gespielt in Fürstenberg und im Landkreis Oberhavel – wahrscheinlich aus Angst vor Gerüchten oder Unmut. Das ist zu einem gewissen Grad vielleicht sogar nachvollziehbar, aber trotzdem fatal: denn erst der Mangel an Transparenz und Kommunikation bereitet den Boden für Gerüchte.

Die nächsten 14 Tage werden entscheidend sein für unsere Stadt, deshalb ist es wichtig, dass es genau jetzt mehr Informationen gibt für alle, dass wir ein gemeinsames Verständnis für die Situation haben und nicht Panik ausbricht, sondern alle wissen, was sie in der jetzigen Situation tun können, um Schlimmeres zu verhindern, sich selbst und andere bestmöglich zu schützen und ihren eigenen Beitrag dazu zu leisten, die Pandemie wieder zurückzudrängen. Wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir das schaffen.

Was ist der aktuelle Status Quo? - Statistiken und die Fallzahlen

Der Landkreis Oberhavel veröffentlicht täglich, ausser am Wochenende, aktuelle Zahlen des Landkreises und auch Zahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden. Für Fürstenberg/Havel wurde am Freitag den 12.03.21 die Gesamtzahl bisheriger Infektionsfälle mit 137 angegeben, das sind 16 Fälle mehr als am Vortag. Eine Woche vorher, am 05.03. hatten wir 108 Fälle. In nur 7 Tagen sind es also 29 Fälle mehr - das heißt mit anderen Worten: in einer einzigen Woche hatten wir 21% aller Covid-19 Fälle, die seit Beginn der Pandemie überhaupt in Fürstenberg festgestellt worden sind, das ist jeder 5. Fall. Eine Woche im Vergleich zu über einem Jahr! Und das ist erst der Anfang, denn die Statistik des Landkreises basiert nur auf Fällen, die durch das Gesundheitsamt bestätigt sind - und dazu zählen nur Fälle, die mit PCR Test bestätigt wurden. Viele Verdachtsfälle, vor allem Kinder aus Krippe und Kita, konnten jedoch noch gar keinen PCR Test bekommen, sie bekamen Termine erst für den 15.3.21, 5 Tage nach Feststellung des Ausbruchs in der Kita Kleine Strolche. Erst in der Woche ab 15.3.21 wird sich besser beurteilen lassen, welches Ausmaß der Ausbruch hat. Klar ist jedoch, dass die vielen Fälle, die vom Gesundheitsamt bereits bestätigt wurden, querbeet aus der Stadt stammen, dass sich das Infektionsgeschehen also schon über Kita-Grenzen hinaus verbreitet hat.

Kurzinformation zu PCR Tests und sogenannten Schnelltests

PCR Tests sind Tests, bei denen das Vorhandensein von COVID-19 Virus-DNA nachgewiesen wird. Ein PCR Test ist sehr zuverlässig und kann auch geringere Viruslasten nachweisen, als ein sogenannter Schnelltest. Er kann auch eine Infektion mit asymptomatischem Verlauf nachweisen, wenn man also gar keine oder nur sehr leichte Krankheitssymptome hat. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Symptomen, beträgt bei Covid-19 etwa 2 bis 14 Tage, am häufigsten sind es etwa 5-7 Tage. Weil manchmal durch soziale Medien spukt, dass ein PCR Test auch bei anderen Viren anschlagen könnte: nein, das tut er nicht. Es stimmt auch nicht, dass man „nicht infiziert sein muss“, wenn ein PCR Test positiv ist. Das COVID-19 Virus kommt im Mensch nicht vor - außer man hat sich infiziert. Findet man also DNA von diesem Virus, ist man auch infiziert. Eine Infektion heißt allerdings nicht, dass man auch Symptome bekommt oder schwer erkrankt, sie heißt aber immer, dass man ansteckend sein kann (aber nicht muss - das hängt von der Viruslast ab) und das Virus an Dritte weitergeben kann, die dann vielleicht schwer erkranken.

Unglücklicherweise sind die beiden Tage vor dem Ausbruch von Symptomen die Tage, an denen infizierte Menschen am ansteckendsten sind. Das heisst: bevor ich überhaupt merken würde, dass ich mich selbst angesteckt habe, bin ich bereits hochansteckend und eine große Gefahr für Dritte.

Die viel diskutierten Schnelltests, die ja auch langsam in der Fläche verfügbar werden, weisen nicht die DNA des Virus nach, sondern sogenannte Antigene, also Spuren der Immunreaktion unseres Körpers auf dieses Virus. Sie sind nicht ganz so präzise, wie die PCR Tests, vor allem, wenn die Viruslast noch nicht sehr hoch ist, denn dann ist auch die Immunreaktion des Körpers noch schwächer. Sie haben aber große Vorteile, denn man bekommt viel schneller ein Ergebnis (nach 15-30 Minuten) und manche sind sogar für die Selbstanwendung zugelassen, man muss also nicht zu einem Testzentrum oder zu einer Arztpraxis fahren.

Der Einsatz von PCR und Schnelltests ist typischerweise so: wenn eine Person Covid-19 Symptome hat, wird (in der Regel von eine:r Ärzt:in) ein PCR Test durchgeführt, das Ergebnis ist sicher und verbindlich. Hat eine Person keine Symptome, aber direkten Kontakt zu einer mit PCR Test als positiv bestätigten anderen Person, wird meist zuerst ein Schnelltest gemacht. Das können Eltern von erkrankten Kindern sein, oder Spielkamerad:innen, Mitschüler:innen, Arbeitskolleg:innen… Wenn dieser Schnelltest ein positives Ergebnis hat, wird zur Bestätigung ein PCR Test notwendig, da die Fehlerquote bei Schnelltests höher ist. Wenn man Glück hat, passiert das direkt danach. Das Schnelltestzentrum in Gransee macht das zum Beispiel sofort vor Ort, direkt nach dem positiven Schnelltest. Wenn man einen Selbsttest gemacht hat, muss man sich um einen PCR Test bemühen - entweder in der Hausarztpraxis oder über das Gesundheitsamt. Viele Fürstenberger:innen bekamen einen PCR Test Termin in einem Testzentrum in Lehnitz, dazu gehörten aber auch Kita-Kinder, die Erstkontakte infizierter Personen sind und noch gar keinen Schnelltest hatten.

Zwischen positivem Schnelltest und Bestätigung durch PCR Test können so leider auch mal etliche Tage ins Land gehen, während dieser Tage werden die Fälle nicht in der OHV Statistik erfaßt, deshalb hinken die offiziellen Statistiken der tatsächlichen Lage stets hinterher. Eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt besteht übrigens nicht nur für PCR Tests, sondern auch für positive Schnelltests, nur bei den veröffentlichten Meldungen werden sie nicht mitgezählt.

Und wenn ein Test negativ ist?

Ein negativer Schnelltest kann 2 Fälle abbilden: 1.) man hat keine Infektion oder 2.) man ist infiziert, aber die Viruslast ist noch so niedrig, dass der Test nicht anschlägt. Bei so niedriger Viruslast ist man aber (im Regelfall) auch nicht ansteckend für Dritte. Aber schon am nächsten Tag kann das anders sein, wenn man nämlich der 2. Fall ist und eine Infektion hat. Die Viruslast kann sehr schnell ansteigen von einem Tag zum anderen. Deshalb ist ein negatives Testergebnis eines Schnelltests immer nur ein Schnappschuss und verliert nach 24 Stunden jede Verlässlichkeit. Außerdem darf man nicht vergessen, dass ein Schnelltest keine 100% sicheren Ergebnisse bringt, erst recht, wenn man ihn selbst durchführt und das vielleicht einfach nicht so professionell hinbekommt, wie eine medizinische Fachkraft.

Ein negativer PCR Test kann genau die gleichen 2 Fälle abbilden, man hat entweder keine Infektion oder aber die Viruslast ist zu niedrig. Allerdings ist der Test viel empfindlicher und kann viel kleinere Viruslasten nachweisen. Und er kann nicht nur bedeuten, dass eine Infektion noch ganz an ihrem Anfang ist, sondern auch, dass sie bereits aus dem „Frühinfektionsgebiet“ (Nasen-Rachenraum) in andere Körperregionen (z.B. Lunge, Gehirn, Herz und alle möglichen anderen Organe und Organsysteme) abgewandert ist. Die Daumenregel sagt, dass ein PCR Test in der ersten Woche auftretender Symptome (und schon so 1-2 Tage vor Beginn der Symptome) zuverlässig anschlägt, in der zweiten Woche jedoch häufiger ein negatives Ergebnis bringen kann, entweder, weil das Immunsystem die Erkrankung erfolgreich bekämpft hat, oder wenn z.B. das Virus nicht mehr im Rachenraum, sondern in der Lunge wütet - wo man es mit anderen Testmethoden sogar nachweisen könnte.

Besteht ein begründeter Ansteckungsverdacht, macht es Sinn, im Abstand von 5 Tagen einen PCR Test zu wiederholen, denn erst dann kann man sich sicher sein. Hatte man einen Risikokontakt an Tag X ist ein PCR Test erst nach Beginn der Inkubationszeit sinnvoll, also das erste Mal frühestens 2 bis 3 Tage nach Tag X, das zweite Mal dann etwa 5-6 Tage nach dem ersten Test, also 7 bis 9 Tage nach Tag X.

Was ist bekannt über das aktuelle Geschehen in Fürstenberg?

Seit dem 8. März 2021 haben wir ein erhöhtes Infektionsgeschehen in Fürstenberg. Betroffene Einrichtungen (Stand 13.3.21) sind die Grundschule Bredereiche, die Drei Seen Grundschule, Kita Spatzennest (eine Gruppe), die Kita Kleine Strolche (Krippe, Kindergarten, Vorschule und Hort) sowie ein Friseursalon, der eine Woche geöffnet war. Aus allen diesen Einrichtungen gibt es positive Schnelltests oder bestätigte PCR Tests und mit jedem Tag der vergeht, mehr Meldungen über auftretende Symptome bei Kindern und bei Erwachsenen. Am stärksten scheint bisher die Kita Kleine Strolche betroffen zu sein, aber dort ist auch der Hort und in den Hort gehen Schulkinder. Viele Kita-Kinder haben Geschwister in der Grundschule, es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis es mehr bestätigte Fälle auch aus der Drei Seen Grundschule gibt. Daher war die Entscheidung der kommissarischen Schulleitung goldrichtig, erst einmal in den Distanzunterricht zu wechseln, bis man die Lage überhaupt richtig beurteilen kann.

Wir wollen am Beispiel der Kita Kleine Strolche beschreiben, wie ein solches Geschehen abläuft: Die meisten Eltern haben Dienstag, den 9.3.21, ihre Kinder aus der Kita abgeholt. Viele Eltern berichten seit Mittwoch, 10.3.21, über symptomatische Kinder, es werden täglich mehr. Sie haben Durchfall, Erbrechen und Fieber. Da die Ansteckung in den 2 Tagen vor Ausbruch der Symptome am höchsten ist, heisst das, dass am Montag und Dienstag in der Kita hochansteckende Kinder in engem Kontakt mit den anderen Kindern und mit Erwachsenen waren. Auch Eltern und Geschwister können sich also seit Montag schon angesteckt haben, aber die Inkubationszeit ist, wie oben bereits beschrieben, 2-14 Tage. Das erklärt, warum es Personen gibt, die sich am Mittwoch testen ließen, einen negativen PCR Test hatten und trotzdem am Samstag, den 13.3.21 mit Symptomen erkrankten, darunter auch Erzieher:innen. Auch bei immer mehr Kindern bricht die Erkrankung jetzt nach und nach aus, mit sehr starkem Durchfall, stundenlangem Erbrechen und hohem Fieber. Fürstenberger Eltern berichten von folgendem, typischen Krankheitsverlauf: erst Übelkeit, vereinzelt starke Kopfschmerzen, dann schwere Magen-Darm Probleme, dann Fieber. In manchen Fällen folgt starker Husten. Aber natürlich laufen nicht alle Erkrankungen gleich ab!

Die britische Mutante B117

Unter den Erkrankungen findet sich nachweislich die englische Mutante B117. Diese ist nach Einschätzungen von Virolog:innen 30-50% ansteckender als die bisher in Deutschland vorherrschende Virusvariante. Sie scheint auch besonders für Kinder ansteckender zu sein und häufiger zum Ausbruch von Erkrankungen zu führen, was bei der früheren Virusvariante eher seltener bei kleinen Kindern vorkam. Da die britische Variante inzwischen bundesweit mehr als 50% aller Infektionen ausmacht - und in den kommenden 2 Wochen sich auf 80-90% aller Infektionen ausbreiten wird, ist höchste Vorsicht geboten. Die Auswirkungen sind bundesweit zu beobachten, denn die Infektionsraten für unter 15-jährige steigen in ganz Deutschland sehr stark an. Gerade Massenausbrüche in Kitas sollen sich nach Aussage des Chefs des Robert Koch Instituts bei einer Pressekonferenz am 12.3.21 bundesweit häufen. Nach unserer Kenntnis sind bisher kaum Kinder in der Statistik des Landkreises erfasst, obwohl viele Eltern über symptomatische Kinder aus allen Bereichen der Kita und inzwischen auch über eigene Symptome berichten.

Die britische Mutante ist jedoch allgemein viel ansteckender, es reichen kürzere Begegnungen, um sich anzustecken. Die Übertragung erfolgt vor allem über Aerosole, also Teilchen, die so winzig sind, dass sie unsichtbar in der Luft fliegen. Sie verteilen sich ähnlich wie Zigarettenrauch im ganzen Raum, deshalb ist es niemals ausreichend, in einem Innenraum nur 1,5 Meter Abstand zu wahren, denn die Aerosole verteilen sich im Laufe der Zeit im gesamten Raum - Büro, Klassenzimmer, Bahnwaggon… Sie bleiben auch dort, wenn die infizierte Person nicht mehr da ist, man kann sich also auch auf dem WC auf Arbeit anstecken, wenn sich dort z.B. 2 Stunden vorher eine Infizierte Person ohne medizinische Maske aufgehalten hat. Eindämmen läßt sich die britische Mutante nur mit noch viel mehr Vorbeugung und Vorsicht: also noch mehr Kontaktreduktion, noch mehr Abstand, noch häufiger Lüften und natürlich durch das (richtige!) Tragen medizinischer Masken.

Handlungsempfehlungen

Alle Kinder und Eltern, die betroffen sein könnten, sollten unbedingt das ihnen unterbreitete Angebot auf PCR Tests am Montag (15.3.21) in Lehnitz wahrnehmen. Wenn es für die eigenen Kinder kein solches Testangebot gibt, man aber mehr Sicherheit haben möchte, weil es Ansteckungsmöglichkeiten gab, sollte man unbedingt zum DRK Schnelltestzentrum nach Gransee fahren, das ist nicht weit, geht recht schnell und ist kostenlos. Ab Montag, 15.3.21, gibt es dort auch Schnelltests, die für kleinere Kinder anwendbar sind, also nicht so weit in den Nasen-Rachen-Raum herumstochern, was für Kinder unangenehm ist.

Verlasst Euch nicht auf negative Testergebnisse von Montag, Dienstag oder Mittwoch dieser Woche (8.-10.3.21), denn gerade im Kindergarten können diese Test noch innerhalb der Inkubationszeit gelegen haben und bedeuten daher nicht, dass Ihr aus dem Schneider seid. Schickt eure Kinder besser auch nicht in die Kitas in Blumenow oder Bredereiche ab 15.3.21, denn auch dort ist das Infektionsgeschehen noch vollkommen unklar und wurde nicht ausreichend getestet.

Wie wir mit der Situation umgehen sollten, damit wir rauskommen aus der Welle

Ehrlichkeit

Wichtig ist zuallererst, dass wir unbedingt ehrlich miteinander sind. Das heisst nicht, dass wir uns gegenseitig Vorwürfe machen, denn ehrlich sein in der jetzigen Situation heißt:

  1. Wer Symptome hat, sollte offen damit umgehen (also Kontakte informieren), unbedingt zuhause bleiben und sich schnellstmöglich testen lassen. Hinweis: Bei Symptomen kann man nicht das Schnelltestzentrum in Gransee nutzen! Für eine Testmöglichkeit also am besten in der Hausarztpraxis oder beim Gesundheitsamt anrufen.
  2. Zur Ehrlichkeit gehört auch, anzuerkennen, dass jetzt nicht die Zeit ist, schon über Öffnungen der Schulen oder Kindergärten zu sprechen, da wir eigentlich wissen, dass die Lage noch absolut unklar ist und auf keinen Fall besser ist, als die aktuelle Datenlage.
  3. Wir müssen offen miteinander kommunizieren. Nur dann können wir uns gegenseitig unterstützen, Probleme identifizieren und gemeinsam Lösungen finden. Wir sind eine Stadt mit einem sehr hohen Altersdurchschnitt und noch eine Weile werden nicht alle Älteren und sonstigen besonders Gefährdeten Personen geimpft und damit besser geschützt sein. Wir erwarten aber auch von der Stadtverwaltung, dass sie häufiger und detaillierter über die Infektionslage in der Stadt informiert.

Kontaktverfolgung - da kann jede:r mithelfen!

Entscheidend zur Eindämmung unserer Situation wird sein, dass wir möglichst gut nachvollziehen können, wer wen wann getroffen hat, um mögliche Infektionsketten auszumachen und zu unterbinden. Jede:r sollte deshalb ein Kontakttagebuch führen, bis wir durch die Dritte Welle durch sind und Herdenschutz durch Impfungen haben. Das ist nicht kompliziert. Wer die Corona Warn App installiert hat, kann das sehr einfach sogar in der App machen. Ansonsten tut es auch der Taschenkalender oder ein Notizbuch. Hauptsache man schreibt jeden Tag rein, wen man wie lange und wo getroffen hat, am besten ergänzt mit relevanten Zusatzinformationen, wie „alle mit OP-Maske“, kleiner Raum aber mit geöffnetem Fenster“.

Ein paar Beispiele: „15. März: bei Anna Musterfrau 1 Stunde Physiotherapie, Fenster war zu, Anna u ich hatten OP-Masken auf“, „16. März: Onkel Hans den Einkauf gebracht, 30Min Kaffee getrunken, dabei keine Maske auf, Fenster geöffnet“, „17. März: Handwerkerin Frieda Elektrofix 14-15 Uhr in der Wohnung, Fenster auf, FFP2 Maske auf“.

Sollte man sich infiziert haben, wird das Gesundheitsamt fragen, wen man die letzten 14 Tage getroffen hat und unser aller Gedächtnis ist nicht so gut, dass uns da sofort alle Kontakte einfallen.

Aber Ihr wißt ja auch, dass die Gesundheitsämter schon jetzt überlastet sind und mit der Kontaktverfolgung gar nicht hinterherkommen. Deshalb solltet Ihr Eure Kontakte, die Ihr ja im Kontakttagebuch drin stehen habt, auch alle selbst informieren, wenn Ihr erfahrt, dass Ihr Euch selbst angesteckt habt. Zur Kontaktinformation ist auch die Corona Warn App hilfreich (siehe nächster Abschnitt).

Die Corona Warn App ist ein hilfreicher Baustein (einer von vielen)

Die Corona Warn App ist ein sehr gutes Werkzeug, um automatisiert sogenannte Risikokontakte zu informieren. Wer ein Smartphone hat, sollte sich daher unbedingt (sofern noch nicht geschehen) die Corona Warn App installieren, und das Telefon immer dann bei sich tragen, wenn man andere Menschen trifft, am besten auch nicht tief vergraben in der Tasche, wo die Abstandsmessung beeinträchtigt werden kann. Die Corona Warn App ist vor allem dort hilfreich, wo man gar nicht genau weiß, wer das ist, dem man eine zeitlang (ab 5 Minuten) nahe gekommen ist (unter 2 Meter): in der Schlage beim Supermarkt, an der Tankstelle, beim Friseur, in der Regional- oder S-Bahn oder wo auch immer. Alle diese Kontakte stehen ja auch in keinem Kontakttagebuch und können also auch nicht über das Gesundheitsamt oder von der infizierten Person selbst informiert werden. Damit die Warnungen über die Corona Warn App funktionieren, sind ein paar Sachen zu beachten: Schon bei der Durchführung des PCR Test (Arztpraxis oder Testzentrum) muss man darauf hinweisen, dass man das Testergebnis IN DER APP erhalten möchte. Dazu müssen nämlich die richtigen Kreuze auf 2 (!) verschiedenen Papieren vorgenommen werden:

  1. muss beim Laborbegleitschein mit entsprechendem Kreuz dem Labor die Erlaubnis erteilt werden, dass es das Testergebnis an den zentralen Server der Corona Warn App schicken darf - dieses Papier geht also mit der Probe an das Labor!
  2. muss man selbst einen Schein erhalten, auf dem ein QR-Code drauf ist, mit dem nach Einscannen des Codes die eigene Corona Warn App die Berechtigung erhält, das eigene Testergebnis vom zentralen Server der App auch abzurufen.

Wenn einer der beiden Schritte nicht erfüllt ist, kann man das Testergebnis nicht in der App erhalten, denn entweder ist es nicht auf dem Server gelandet oder man darf es dort nicht abholen. Der Vorteil der App: man kann nicht nur leichter Dritte warnen, sondern erfährt das Ergebnis auch viel schneller. Zum Beispiel war bei einem Test bei einer Fürstenberger Hausärztin vormittags um 10 Uhr das Testergebnis um 17 Uhr in der App verfügbar - an einem Freitag!

Hat man ein negatives Testergebnis, braucht man mit der App nichts weiter tun (außer sie natürlich weiter zu nutzen). Hat man ein positives Testergebnis in der App erhalten, sollte man es IN DER APP so schnell wie möglich an den zentralen Server melden, wie das geht, ist in der App recht einfach beschrieben. So erhalten zumindest die Kontakte, die selbst die Corona Warn App installiert und das Handy bei sich getragen haben, eine Warnung, dass sie sich möglicherweise bei einem angesteckt haben. Zeigt die App einen „Hochrisikokontakt“ an (rote Warnung), bekommt die Gewarnte Personen auch einen PCR Test.

Wer aus welchem Grund auch immer (z.B. weil ein Kreuz auf einem der Papiere fehlte oder das Labor nicht an das App System angeschlossen ist) ein positives Testergebnis nicht direkt in der App erhalten hat, sondern nur auf Papier, kann (und sollte) das trotzdem an das App-System melden. Dazu braucht man dann aber einen Freischaltcode (eine Art TAN, wie beim Online Banking), den man über eine telefonische kostenlose Hotline („Verifikationshotline“) erhält. Mehr Informationen gibt es unter www.coronawarnapp.de. Mit Stand 13.3.21 haben schon mehr als eine Viertelmillion Erkrankter mit der Corona Warn App ihre Kontakte gewarnt - auch die unbekannten Menschen in der S-Bahn.

Haltet Abstand, bleibt zuhause

Heute gilt mehr denn je: isoliert Euch! Bleibt einfach zuhause, macht es Euch gemütlich. Lest ein Buch (am Bahnhof gibt es ein öffentliches Mitnahmeregal), schaut Serien, strickt Socken, renoviert die Wohnung, repariert Kaputtes, ruft Freunde und Verwandte an, backt Brot oder Kuchen und schlaft Euch mal richtig aus. Natürlich könnt Ihr auch den Garten flott machen für den Frühling. Wer daheim bleibt und so wenig wie möglich Kontakte hat, kommt am Besten durch die Pandemie!

Verantwortung

Seid verantwortungsvoll! Wenn wir eines gelernt haben die letzten Monate und vor allem in der letzten Woche: hier übernimmt keiner offiziell mehr Verantwortung, als irgendwie notwendig. Aber eine Pandemie läßt sich auch nicht durch einzelne Ämter eindämmen, dazu braucht es uns alle und dass wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen. Lasst Eure Kinder zuhause, so lange die Lage unklar und gefährlich ist. Tragt gute medizinische Masken, wann immer Ihr Kontakt zu anderen habt. Fordert andere auf, Masken zu tragen - oder bleibt ihnen fern, wenn sie das nicht tun und Euch (und anderen) dieses Mindestmaß an Respekt, Rücksichtnahme und Solidarität verweigern. Und helft Euch gegenseitig durch die Zeit.

Hilfe und Testmöglichkeiten

Ihr bekommt Hilfe, Rat und bei Symptomen im Regelfall auch einen PCR-Test bei den Ärzt:innen Eures Vertrauens (wenn Euer Hausarzt ein Corona-Relativierer ist, solltet Ihr ggf. über einen Arztwechsel nachdenken).

Im Testzentrum des DRK in Gransee gibt es die Möglichkeit für Schnelltests.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, am Wochenende 8 bis 16 Uhr. Adresse: DRK Gransee, Kolliner Str. 12a, 16775 Gransee, direkt am Bahnhof Gransee.

Man sollte seinen Personalausweis mitbringen, eineAnmeldung ist nicht nötig. Diese Tests sind einmal die Woche kostenfrei für alle Menschen ohne Symptome. Tests für Kinder gibt es ab 15.3.21. Bei einem positivem Schnelltest gibt es direkt vor Ort einen PCR Test. Das DRK ist telefonisch erreichbar unter: 03306 79690

Gesundheitsamt: Wenn Ihr unsicher seid und Fragen habt, könnt Ihr Euch an an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Dort tut man, was man kann, trotz Überlastung. Telefon: 03301 6013751

Paßt auf Euch auf und bleibt gesund, Euer Team vom Verstehbahnhof / havel:lab e.V.

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